Fragen und Antworten

Wann ist die Eröffnung der Montessori Grundschule geplant?
Die Schule soll zum Schuljahr 2021/22 eröffnen. Wir planen, den Schulbetrieb mit einer altersgemischten Lerngruppe von Klasse 1 bis 4 aufzunehmen. Dies hängt auch von der Nachfrage ab.

Wie viele SchülerInnen pro Lerngruppe sind vorgesehen?
Eine Lerngruppe besteht aus 14 bis maximal 24 Kindern und wird von einem Team aus mindestens einer Lehrkraft und einer PädagogIn betreut, die beide ein Montessori Diplom haben. Eine Lerngruppe ist altersgemischt.

Warum gibt es altersgemischte Lerngruppen?
Eines der wesentlichen methodisch-didaktischen Elemente der Montessori-Pädagogik ist eine altersgemischte Struktur innerhalb einer Lerngruppe, die sich aus mindestens zwei Jahrgangsstufen zusammen setzt.

Die Kinder werden stärker zum kooperativem Umgang miteinander angeregt, was ihr Sozial- und Lernverhalten positiv beeinflusst. Jüngere orientieren sich stark an den Älteren, sind bestrebt Kontakt aufzunehmen. Sie beobachten und ahmen vieles nach und lernen dadurch automatisch. Viele der Älteren können ihr Wissen an die Jüngeren weitergeben und vertiefen dadurch gleichzeitig ihre eigenen Fähigkeiten (Prinzip „Lernen durch Lehren“).

Auf welche weiterführende Schule kann mein Kind nach dem Grundschulbesuch an der Montessori Schule gehen?
Entweder bleibt das Kind im Montessori System oder wechselt ins Regelschulsystem. Da es keine Noten und somit auch kein Übertrittzeugnis gibt, besuchen die Kinder im Regelfall einen Probeunterricht, um an eine Realschule oder Gymnasium zu wechseln. Der Übergang an die Mittelschule ist ohne Prüfung möglich.

Wird der Lehrplan für die bayerischen Schulen angewendet?
Wir folgen dem bayerischen Lehrplan in vollem Umfang, dies ist Grundvoraussetzung für eine staatliche Genehmigung zum Schulbetrieb. Der Unterschied zur Regelschule ist nicht der Inhalt, sondern der Weg der Vermittlung.

Dabei ist es nicht verbindlich, dass Kinder den Schulstoff der ersten Klasse auch in dieser Klasse absolvieren müssen. Jedoch muss eine staatlich genehmigte Grundschule gewährleisten, dass die Kinder mit Abschluss der vierten Klasse den Lehrplan der vier Jahre verinnerlicht haben und somit in jede andere Schulform übergehen können.

Wer genehmigt die Schule?
Der Schulträger – Montessori Verein Lohr am Main – stellt einen Antrag auf den Betrieb einer so genannten Ersatzschule bei der Regierung von Unterfranken. Der Antrag für das jeweilige Schuljahr muss bis zum 31. März bei der Behörde eingegangen sein. Dieser Antrag muss 14 verbindliche Anmeldungen, einen Finanzierungsplan, das pädagogische Konzept, das Schulgebäude, sowie die Lehrkräfte beinhalten. Bei positivem Bescheid kann der Schulbetrieb dann zum Schuljahresbeginn im Herbst des selben Jahres aufgenommen werden.

Wie finanziert sich die Schule?
Der Freistaat Bayern fördert neue Schulen in den ersten beiden Jahren nur teilweise. Schulsachaufwand, wie etwa Gebäude, Miete, Möbel usw. werden in diesem Zeitraum überhaupt nicht gefördert, Personalkosten nur zu 65%.

In den ersten 2 Jahren bekommen wir nur max. 35 % des Komplettzuschusses, dadurch erwirtschaftet die Schule in den ersten Jahren zwangsläufig ein Defizit. Dieses Finanzierungsloch zu stopfen ist die große Herausforderung bei Schulgründungen.

Dies wird bei den meisten Schulgründungen durch folgende Maßnahmen erreicht:

  • Bankdarlehen, z.B. bei Genossenschaftsbanken, die spezialisiert sind, Geld in nachhaltige Projekte anzulegen. Diese Kredite sind z.B. über Mini-Bürgschaften von Eltern oder Förderern abgesichert.
  • Spenden von Unternehmen, Stiftungen und ähnlichen Institutionen.
  • Staffelmietvertrag zur Verlagerung eines Teils der Kosten in den Bereich, in dem wir die staatliche Unterstützung erhalten.
  • Elterneinlage (diese wird nach dem Ausscheiden des Kindes zinslos zurück erstattet)
  • Schulgeld

Wie ist die rechtliche Situation?
Das Recht zur Errichtung von Schulen in freier Trägerschaft wird im Grundgesetz (Art. 7/Abs. 4) ausdrücklich gewährleistet, das heißt, jeder darf eine freie Schule gründen!

Wir werden eine staatlich genehmigte Schule in privater Trägerschaft – Schulträger wird der gemeinnützige Montessori Verein Lohr am Main e.V..

Kostet die Schule Schulgeld?
Ja, ein Schulgeld ist obligatorisch. Wie hoch es sein wird, hängt von vielen Faktoren ab, die wir jetzt noch nicht kennen, wie Schülerzahl, Gebäudemiete, usw.

Wir möchten keine „Eliteschule“, sondern einen Beitrag, der sozial verträglich ist. Auch der Staat sieht im Grundgesetz vor, dass keiner auf Grund der Besitzverhältnisse der Eltern ausgeschlossen sein darf („Sonderungsverbot“).

Warum gibt es Elternmitarbeit?
Die Elternarbeit bildet einen elementaren Bestandteil einer privaten Schule.Der Betrieb einer Schule in freier Trägerschaft erzeugt nicht nur durch den besseren Personalschlüssel höhere Kosten als eine Regelschule.

Das Engagement der Eltern dient jedoch nicht nur dazu, die Kosten in einem sozial verträglichen Rahmen zu halten, sondern auch der Stärkung des Bandes zwischen Zuhause und Schule. Deswegen ist eine gewisses Ausmaß an Mitarbeit in den meisten freien Schulen verbindlich.

Warum soll der Standort der Schule Lohr am Main sein?
Lohr am Main liegt sehr zentral und ist auch von den anderen Orten des Landkreises aus gut erreichbar. Hier schließt sich die Lücke von freien Schulen zwischen Würzburg, Aschaffenburg, Schweinfurt und Bad Kissingen. Dadurch haben wir ein großes, überregionales Einzugsgebiet.

Was ist der Benefit für Lohr am Main?
Die Schule hat Leuchtturm Wirkung und signalisiert: Wir sind eine offene und moderne Stadt, was neue Menschen und besonders junge Familien anzieht.

Die regionale Bildungslandschaft wird bereichert und erweitert, die Standort-Attraktivität steigt.

In welchem Gebäude wird die Schule sein?
Die Suche nach einem Gebäude gehört zu den nächsten Schritten, auf die wir uns konzentrieren werden. Die Vorlagen der bayerischen (Schul)Bauordnung müssen erfüllt werden, wie z.B. Brandschutz, das Raumprogramm usw. betreffend. Ideal wäre ein Gebäude, das diesen Vorschriften bereits entspricht. Sollte ein solches nicht gefunden werden, müssten bestehende Räumlichkeiten dementsprechend angepasst werden.

Außerdem sollte der Standort gut erreichbar sein und zugleich in Naturnähe liegen.

Ist ein Hort vorgesehen?
Eine Hort-Betreuung ist in Planung, bei der wir auch ein nachhaltiges, gesundes Mittagessen anbieten möchten. Voraussetzung ist jedoch eine gewisse Nachfrage.

Was bedeutet Inklusion?
Im Bereich der inklusiven Bildung wird die Vielfalt aller Menschen wahrgenommen und berücksichtigt. Jedem Kind wird zugestanden, dass es in unterschiedlichen Entwicklungs- und Lebensphasen unterschiedliche Begleitung und Unterstützung benötigt und ein Anrecht auf eben diese Unterstützung hat. Das Ziel einer inklusiven Pädagogik ist nicht, diese Unterschiede auszugleichen oder zu verringern, sondern auf die vorhandene Diversität einzugehen, sie wertzuschätzen und anzuerkennen.

Was können interessierte Menschen beitragen?
Interessierte können in vielfältigen Bereichen der Gründungsinitiative aktiv mitarbeiten.

Auch über Spendengelder, die den Entwicklungsprozess der Schule unterstützen, freuen wir uns! Die finanzielle Förderung eines Schulprojektes ist eine Win-Win-Situation. Die Schule kann sich im Sinne der Kinder auf einer stabilen Grundlage entwickeln. Gleichzeitig entsteht eine enge Beziehung von Seiten der Förderer zur Schule und der Schulfamilie, die sich positiv z.B. auf das Unternehmensimage auswirken kann.

Was sind die nächsten Schritte zur Gründung?
In den nächsten Monaten werden wir parallel an folgenden Themen arbeiten:

  • Vereinsgründung: Die Satzung wird zur Zeit juristisch überprüft, danach folgt die Gründung des Vereines, der später Schulträger wird.
  • Ausarbeitung der Pädagogischen Konzeption mit Alleinstellungsmerkmal in Abstimmung mit der Regierung von Unterfranken.
  • Gebäudesuche
  • Erarbeitung des Finanzierungsplans
  • Personalsuche

Ist die Einführung einer Sekundarstufe geplant?
Bei entsprechender Nachfrage und genügend engagierten Menschen, die sich zur Gründung einer weiterführenden Schule zusammenschließen möchten, ist eine Sekundarstufe sehr gut denkbar.